Postmoderne Architektur
Die Postmoderne Architektur ist eine Tendenz in der Architektur, die ausgehend von den Ideen der Postmoderne („anything goes“) entstand. In den 1960er-Jahren kam sie in den USA auf, in den 1980er-Jahren hatte sie auch große Bedeutung in den westlichen Ländern. Sie lehnt den bloßen Funktionalismus ab.
Typische Merkmale sind die Traditionen als Sammlung der Möglichkeiten. Der „direkte“ Historismus wurde abgelehnt, es werden historische Elemente und die individuellen Schöpfung des Architekten de mit eigener Formsprache und Rationalismus handelt, auf ironische Weise verwendet. Die Fassade ist hierbei der Bedeutungsträger des Gebäudes. Es werden Schmuck, Ornamente, Symbole, Glas und Farben verwendet und werden entweder eingeordnet oder in Vorhandenes ergänzt. Das Motto lautet „form follows fiction“-hiermit soll der Erlebniswert von Bauwerken gesteigert werden.
Kritik gab es an den Bildern von Jane Jacobs aufgrund ihrer Entwicklung der Großstädte zu seelenlosen Gebilden. Robert Venturi wurde wegen der fehlenden Ikonologie und Sprachlosigkeit der modernen Architektur kritisiert und Charles Jencks wegen seinem Verzicht auf permanente Innovation.
Die sozialistische Postmoderne setzte ca. in den frühen 1980ern ein und wurde aufgrund der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage und der Nichtverfügbarkeit von Baumaterialien vorwiegend durch Konzepte auf Basis der Plattenbauten erarbeitet. Ferner sollten die alten, regionalen Stadtbilder wiederhergestellt werden. Abseits der Stadtkerne fand die Postmoderne Anwendung als Lückenfüller und Platzhalter in gründerzeitlichen Stadträumen.
Die zeitgenössische Postmoderne hatte in den frühen 90er Jahren in Deutschland einen zeitweiligen Höhepunkt. Als Stadtsanierungen in den neuen Bundesländern stattfanden, wurden Baulücken und ganze Stadtquartiere nach postmodernen Grundlagen saniert und neu gestaltet. Die Abstraktheit der Einzelformen ermöglichte preisgünstige, schnelle, aber auch technisch weniger ausgefeilte Lösungen als noch in den 1980ern. Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre war die Postmoderne in Deutschland und Westeuropa auf dem stetigen Rückzug. Um das Jahr 2000 herum galt die Postmoderne als abgeschlossenes Kapitel, abgelöst vom neuen Minimalismus.